Boston Dynamics: Große Schritte in der Robotik

In Filmen sehen wir sie schon lange: Roboter mit zwar etwas ruckartigen, aber dennoch relativ menschlich wirkenden Bewegungsabläufen. Für die tatsächliche Robotik stellt der aufrechte Gang jedoch eine ziemliche Herausforderung dar. Das zeigt, wie viel sich in unserem Körper abspielt, um überhaupt das Gleichgewicht zu halten.

Als eines der fortschrittlichsten Robotik-Unternehmen mit Fokus auf Laufroboter gilt Boston Dynamics. Das in Waltham (Massachusetts) ansässige Unternehmen entstand 1992 als Ausgründung des Massachussetts Institute of Technology, besser bekannt unter dem Kürzel MIT. Anhand von Boston Dynamics zeigen wir euch, was sich innerhalb der letzten Jahre in der Robotik getan hat.

PETMAN

Der PETMAN (Protection Ensemble Test Mannequin) ist ein im Oktober 2009 vorgestellter Roboter. Die Möglichkeit des Roboters zu gehen und einfache Fitnessübungen wie Liegestütze durchzuführen, sind dabei nicht etwa eine Spielerei, sondern wichtige Fähigkeiten. PETMAN wurde nämlich geschaffen, um Schutzanzüge für das Militär zu testen. Neben sensorischen Tests, dienen die Bewegungen dazu das Material im Einsatz zu strapazieren.

Die Fähigkeit, sich selbstständig beim Gehen auszubalancieren und mit der Ferse zuerst aufzusetzen, war damals schon beeindruckend, auch wenn die Schritte des Roboters teils etwas unbeholfen wirkten.

Atlas läuft Parkour

Der aktuellste humanoide Roboter von Boston Dynamics nennt sich Atlas. Er ist quasi die fortgeschrittene Version des PETMAN. Durch die Vorteile des 3D-Drucks ist er mit 75 Kilogramm noch ein Stück leichter und überzeugt mit einem beeindruckenden Verhältnis von Stärke zu Gewicht, das ihm ganz neue Möglichkeiten bietet.

Atlas, kann nämlich nicht nur gehen und einfache Übungen durchführen, sondern sich bereits ziemlich dynamisch Bewegen. In Videos sieht man Atlas sich durch unebenes Gelände bewegen, über Hindernisse springen und sogar einen kleinen Parkour-Lauf durchführen, bei denen er auf unterschiedliche Ebenen springt. Außerdem kann er auch Lasten greifen und hochheben. Sollte Atlas doch mal umfallen, kann er übrigens selbstständig aufstehen.

Nicht nur auf zwei Beinen unterwegs

Ein großer Teil der von Boston Dynamics entwickelten Roboter geht allerdings nicht auf zwei, sondern auf vier Beinen – was die Stabilität auch deutlich vereinfacht. Einer der massivsten Vertreter ist dabei der BigDog. Auch dieser wurde für den militärischen Dienst konzipiert, allerdings, um Ausrüstung zu tragen. Der robuste Roboter wirkt bepackt mit bis zu 150kg eher wie ein Büffel, als wie ein Hund und kommt auch auf schwierigem Gelände zurecht.

Deutlich schneller und geschmeidiger in seinen Bewegungen ist Spot, ein Roboter der unter anderem auf den Erfahrungen mit dem BigDog aufbaut. Im Gegensatz zu seinen Vorgänger nutzt er einen Elektroantrieb. Er ist etwas kleiner, kann aber immerhin 23 Kilogramm Nutzlast tragen und läuft mit seinem Akku derzeit 45 Minuten. Mit dem Spot Mini hat er mittlerweile auch einen kleinen Bruder, der zusätzlich einen Greifarm hat und der aktuell leiseste Roboter von Boston Dynamics ist.


Image by Computerizer via pixabay

Die Crew der Netzpiloten in Hamburg und Berlin setzt sich zusammen aus rund zehn festangestellten Redakteuren/innen, festen freien Blogger/innen sowie einigen Praktikanten. Alle Texte der Mitglieder unseres ausgedehnten Netzpiloten Blogger Networks erscheinen direkt unter deren Autorenhandle.